1 bis 1000 n C

10. Jahrhundert
*Europa, Afrika und Asien waren über ein Netz von Handelsbeziehungen verbunden, über das ein Austausch von Gütern, aber auch von Ideen erfolgte. Führten in den vergangenen Jahrhunderten die Handelsrouten im Wesentlichen über Land, so verlagerte sich im 10. Jahrhundert der kontinentale Fernhandel stärker auf den Seeweg
*In der islamischen Welt eroberten zwei schiitische Dynastien, die Fatimiden und die Buyiden, große Territorien des Kalifats. Die Fatimiden riefen ihr eigenes Kalifat aus und machten den Kalifen von Bagdad damit auch die religiöse Oberhoheit streitig
* man sprach Althochdeutsch; die älteste schriftlich bezeugte Form der hochdeutschen Sprache in der Zeit etwa von 750 bis 1050 n. Chr.

9

In der Varusschlacht (auch: Schlacht im Teutoburger Wald oder Hermannsschlacht, von römischen Schriftstellern als clades Variana, als „Varusniederlage“ bezeichnet) in der zweiten Hälfte des Jahres 9 n. Chr. erlitten drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross unter Publius Quinctilius Varus in Germanien eine vernichtende Niederlage gegen ein germanisches Heer unter Führung des Arminius („Hermann“), eines Fürsten der Cherusker.

45

um 45 n. Chr. Norikum wird römische Provinz: Virunum am Zollfeld wird Hauptstadt und Sitz des Statthalters, eine durchgreifende Romanisierung des Landes ist die Folge, die Höhensiedlungen werden allmählich verlassen, es folgt ein planmäßiger Ausbau des Städtewesens in Kärnten in Virunum (Zollfeld) und Teurnia bei Spittal.

um 50

Virunum wurde um die Mitte des ersten nachchristlichen Jahrhunderts unter Kaiser Claudius als Hauptstadt der Provinz Noricum gegründet und löste die Stadt auf dem Magdalensberg ab, von der sie wahrscheinlich auch den Namen übernahm. Die Stadt lag an der Verbindungsstraße von der Adria an die Donau, von der hier noch eine Abzweigung durch Südostkärnten zur Bernsteinstraße abgeht. Sie wurde auf einer überschwemmungssicheren Terrasse am Rande des Zollfeldes errichtet, Teile der Stadt reichten auf den Töltschacher Hügel im Osten der Stadt.

79

Pompeji ging unter

200

2. u. 3. Jh. n. Chr. Einfälle der Markomannen und Alemannen: Entwicklung und Blütezeit provinzialrömischer Kultur in Kärnten, Bildhauerwerkstätte in Virunum.

ab 4. Jhd:

Wanderung germanischer Völker; diese wiederum bedrängt von den Hunnen.

300

Teilung der Provinz Noricum, Virunum wird Hauptstadt und Statthaltersitz

um 300

Die erste Christianisierung in Kärnten erfolgt vom Patriarchat Aquileja aus. Virunum und Teurnia werden Bischofssitze; die Provinz Noricum wird unter Kaiser Diokletian geteilt, Virunum wird Hauptstadt von Binnennoricum es folgt ein allmählicher Niedergang der provinzialrömischen Kultur und des Städtewesens. Wohnterrassen in Teurnia werden aufgelassen und die Hügelkuppe neu befestigt. In der Folge bieten auch andernorts Höhensiedlungen den Bewohnern wieder Schutz.

325

Das Erste Konzil von Nicäa (heute İznik, Türkei) bei Konstantinopel (heute Istanbul) wurde vom römischen Kaiser Konstantin I. im Jahr 325 in der kleinen Stadt Nicäa (heute Iznik, nahe Bursa, Türkei) einberufen, um den in Alexandria ausgebrochenen Streit über den Arianismus zu schlichten.

343

Erste Christianisierung Kärntens, Bischofsitze in Teurnia und Virunum

392

Christentum wird unter Kaiser Theodosius zur Staatsreligion.

seit 395

Teilung des röm. Reiches in ein West- und Ostreich.

ab 4. Jhd:

Wanderung germanischer Völker; diese wiederum bedrängt von den Hunnen.

408

- 409 Goteneinfall unter Alarich

410

Westgotenkönig Alarich vor Rom.

429

Die Vandalen unter Geiserich überqueren die Meerenge von Gibraltar und beginnen in Nordafrika zu siedeln.

439

Die Vandalen erobern Kathago

453

Hunnenkönig Attila stirbt.

472

Belagerung von Teurnia durch die Westgoten; Ende des Weströmischen Reiches (476); germanische Nachfolgereiche in Italien.

Lauf d 5. Jhd.:

(Nach Alarichs Auftreten werden die Siedlungen wieder in die Höhen verlagert. Völkerwanderung; Germanenstämme fallen in Binnennoricum ein (West-, Ostgoten); Bischofs- und Friedhofskirche in Teurnia (berühmter Mosaikboden). Auf dem Hemmaberg entsteht ein frühchristliches Pilgerheiligtum (reiche Mosaike). Ende des Weströmischen Reiches (476), germanische Nachfolgereiche in Italien. Kärnten wird Grenzprovinz des Ostgotenreiches in Italien.

Mitte 5. Jhd.

Die Kadischen – Tscheltschnigkogel > Fluchtburg für Santicum im Verwaltungsbezirk bzw. Territorium Virunum (voraussichtlich bereits vorrömische Siedlungen) Warmbad Villach

Mitte 5. Jhd.

Auf dem Hemmaberg entsteht ein frühchristliches Pilgerheiligtum: Kirchenkomplex mit reichen Mosaiken, Teurnia: Kleinmetropolis Norici. Christen und arianische Christen. Insgesamt fünf Kirchen

493

Bis 536 Kärnten wird Grenzprovinz des Ostgotenreiches in Italien.

500

stiftet Ursus Mosaik von Teurnia; Sitz der Verwaltung des ostgotischen Noricum (norischer Statthalter zur Zeit der Gotenherrschaft)

527

Langobarden übernehmen frühere gotische Gebiete in Pannonien

533

Die Vandalen werden von Belisar vernichtend geschlagen und spielen keine Rolle mehr

536

Theudebert (534 – 548) Enkel des Chlodwig v Franken (482 – 511) Mitglied einer merowingischen Königssippe zieht durch Kärnten nach Venetien dem Zentrum des gotischen Reiches.

540

Die binnennorischen Bistümer werden von den Franken kontrolliert.

553

Vernichtung des Ostgotenreiches unter Kaiser Iustinian (527 – 565)

568 – 569

Die Langobarden weichen unter dem Druck mongolischer Völker (Awaren) nach Italien aus.

570 – 585

Der Hoischhügel bei Maglern (Meclaria) beherbergt ein Kastell, welches von langobardischen Söldnern besetzt wird

570

oder 573, *Mohammed in Mekka

590

Die Franken verbünden sich mit Ostrom gegen die Langobarden

591

Teurnia wird 591 zum letzten Mal in einer antiken Quelle genannt. Um 600 wandern slawische Stämme in den Kärntner Raum ein und gelangen im Westen bis ins Pustertal. Das Zentrum des slawischen Fürstentums entsteht auf dem Zollfeld in Karnburg.

um 600

mit der Einwanderung slawischer Stämme um 600 hören die Reste der spätantiken Zivilisation auf zu bestehen. ein Restchristentum ist anzunehmen

nach 600

Bildung eines karantanischen Fürstentums in Kärnten mit dem Zentrum vermutlich in Karnburg, der antiken Siedlung Virunum nachfolgend.

632

V Mohammed, 8. Juni, in Medina

um 700

Der Name „Carantani“ (=die Karantanen) taucht beim „Geographen von Ravenna“ auf; um 800 beim langobardischen Geschichtsschreiber Paulus Diaconus die Form „Carantanum“ für Kärnten.

722

Herzog Tassilo von Bayern wirft einen Aufstand der Karantaner Slawen nieder.

741

- 765 Slawische Karantaner rufen Bayern gegen Awaren zu Hilfe. Bairische Oberherrschaft und zweite Christianisierung

um 757

Unter Bischof Virgil von Salzburg erfolgt die zweite und endgültige Christianisierung Karantaniens. Er schickt Missionare ins Land, darunter den Chorbischof Modestus. Dieser weiht u. a. die Kirchen Maria Saal (beim ehemaligen Virunum) und St. Peter im Holz (beim ehemaligen Teurnia). Das Chorbistum Maria Saal existiert bis ca. 945.

772

bis ca. 788: Klosteranlage bei Molzbichl. Auf dem südlichen Teil des Kirchengeländes wurde das älteste Kloster Kärntens aus der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts ergraben. Die Anlage wurde im Zuge der Missionierung der slawischen Einwohnern Karantaniens durch
Tassilo III. zwischen 772 und 788 gegründet

788

Der karantanische Slawenfürst Boruth ruft die Bayern unter Herzog Odilo gegen die Awaren zu Hilfe. Dies ist der Beginn der bayrischen, seit 788 der fränkischen Oberherrschaft über die Karantanerslawen.

799

Begründung eines Chorbistums in Maria Saal.

811

Im Zuge der christlichen Missionierung bestimmte Kaiser Karl der Große 811 die Drau zur Diözesangrenze zwischen Salzburg und Aquileia.

860

Mit der erstmals urkundlichen Erwähnung vom 20. November als „friesah“ ist Friesach die älteste Stadt Kärntens.

870

Beginn der bayrischen Kolonisation und Christianisierung in Karantanien. Unter den mit Königsgut Beschenkten befindet sich auch das Bistum Freising, das schon im 9. Jh. Maria Wörth und das Gebiet zwischen Trixen und Griffen besitzt. Um 870 wird in Salzburg eine Bekehrungsgeschichte der Bayern und Karantanen abgefasst.

9./10.Jhd

Bayrische Kolonisation und Christianisierung in Karantanien: eine königliche Pfalz bestand in Karnburg, Köttlacher Kultur prägt auch den Kärntner Raum, vorwiegend Funde aus Gräbern in Molzbichl, Hermagor, Frög, Judendorf bei Villach und Villach/Perau.

876

König Karlmann überträgt seinem illegitimen Sohn Arnulf die Verwaltung Karantaniens

878

übergab König Karlmann den Königshof Treffen dem Kloster Ötting. Die Villacher Brücke wird dabei urkundlich als Grenzpunkt erwähnt

887

Arnulf von Kärnten wird König des ostfränkischen Reiches.

888

König Arnulf feiert das Weihnachtsfest in der königlichen Pfalz Karnburg

972

­ Brun, Sohn Herzog Ottos von Kärnten von 3. Mai 996 – 18. Februar 999 erster deutscher Papst als Gregor V. V 18. 2. 999

976

- 978 Herzog Heinrich I. Kärnten wird selbständiges Reichsherzogtum, das sechste im Deutschen Reich und zugleich das älteste auf heutigem österreichischem Territorium

976

Kärnten wird aus der Personalunion mit Bayern herausgelöst und selbständiges Herzogtum. Kärnten ist somit die älteste historischpolitische Individualität unter den heutigen österreichischen Bundesländern. In der zweiten Hälfte des 10. Jhs. bilden sich drei Grafschaften: Lurn in Oberkärnten, Friesach in Mittelkärnten und Jaun in Unterkärnten.

979

gab Kaiser Otto II. den Königshof Villach dem Bischof Albuin von Säben/Brixen zu Lehen. Die Befestigung mit einer Kirche lag wahrscheinlich in St. Martin ober Villach

983

Karnburg letztmals als königlicher Sitz (sedes regalis) erwähnt.

989

bis 995, Herzog Heinrich II. der Zänker (Bayern) beherrscht auch das Herzogtum Kärnten; die Ranshofener Gesetze bringen u. a. eine Ordnung der gerichtlichen Fragen, wobei sich auch die Slawen Kärntens diesen Gesetzen unterzuordnen hatten.

996

Ostarrichi (Österreich) erstmals belegt

1 bis 1000 n C